Kirgistan per Rad - Tagebuch einer Radreise

© Christian Hartmann, Jörg Feye,  ✉ 

Song Köl - Ak-Tal, 64 km, 375 Hm

Vier Landschaften an einem Tag

Karge Wiesen und graue Berge im Kurka Tal

Schon in der Nacht beginnt ein starker Wind zu wehen der kalte Luft mit sich bringt. Mein Magen fühlt sich heute Morgen deutlich besser an, auch meine Temperatur ist wieder normal. Ich wage es wieder was zu essen. Fühlt sich gut an.

Auf dem Weg zum 3340 m hohen Moldo Pass bläst uns ein kalter Wind ins Gesicht. Es geht durch eine offene, von Bergen eingerahmte Graslandschaft bergauf. Vom Pass aus bieten sich tolle Ausblicke auf das vor uns liegende Tal. Dort führen graue, von Nadelbäumen bewachsene Felsen Regie. Die Piste windet sich in vielen Serpentinen den Berg hinab. Nahe der Baumgrenze füllen wir unsere Flaschen an einer Quelle am Wegesrand auf.

Auf dem Weg ins Tal radeln wir durch ein enge Schlucht. Die grauen, schroffen Felsen ragen steil auf, Nadelbäume spenden Schatten und neben der Piste rauscht ein Bergbach. Gerade als wir denken “ein schöner Platz zum Zelten” erblicken wir das Yurt-Hotel “Love-Bridge” auf einer Wiese am Bach. Einige Kilometer später weitet sich das Tal, die Vegetation wir deutlich karger. Die Berge werden flacher und welliger, zum Grau gesellen sich Rot- und Brauntöne. So schön und abwechslungsreich die Landschaft, so anstrengend ist die Piste. Obwohl es stetig bergab geht kommen wir pro Stunde nur 12 km vorwärts. Je tiefer wir kommen, desto wärmer wird es. Waren wir am Pass noch warm eingepackt, schwitzen wir jetzt trotz kurzer Montur.

Das Naryn-Tal ist eine weite, grüne Ebene, durchflossen vom Fluss Naryn und umrahmt von fast weißen, von Erosion geformten Bergen. Der Laden in Ak-Tal ist gut sortiert. Im landwirtschaftlich genutzten Tal gibt es keine wirklich schönen Plätze zum Zelten. Die Wiesen und Felder werden bewässert. Auf vielen steht das Wasser und bietet Mücken gute Lebensbedingungen. Da es schon spät ist, können wir nicht wählerisch sein - an der Straße zum Song-Köl finden wir ein brauchbares Plätzchen.

Toller Ausblick vom Moldo Pass  Sehr junger Reiter am Moldo Pass  Serpentinen-Piste vom Moldo Pass ins Kurka Tal  Reste alter Lehmbauten im Kurka Tal  Jungen Männer im Laster winken uns fröhlich zu  Brücke über den Fluss Naryn

Ak-Tal - bei Terek, 66 km, 630 Hm

Audi-Land

An einer Pumpe neben der Dorfstraße versorgt sich eine Frau mit Wasser

Auf Asphalt von wechselnder Qualität geht es durch eine grüne Landschaft, eingerahmt von weißen Sandsteinbergen. Erosion hat die Berge in vielfältiger Weise modelliert. Audi 100 der Baujahre 1982 bis 1994 erfreuen sich offensichtlich einer enormen Beliebtheit. Nur selten sehen wir andere Autos.

Der kleine Laden im Dorf Ügüt hat ein überschaubares Angebot. An einer Pumpe neben der Dorfstraße versorgt sich eine Frau mit Wasser. Ihre Hilfsmittel sind ein Eimer, eine große Milchkanne und eine Schubkarre. Ein paar Meter weiter montieren drei Männer das Mähwerk an einen alten Trecker. Die Straße ist auch der Spielplatz vieler Kinder. Immer wieder radeln sie einige Meter neben uns her, meist begleitet von einem lautstarken “Hello. How are you?”.

Auf dem Weg nach Baetov wird die Landschaft deutlich trockener. Nur wenige Grasbüschel können auf dem ausgedörrten, lehmigen Boden überleben. Eingerahmt von den weißen Sandsteinbergen kommen wir uns fast vor wie in einer Westernkulisse. Ein blauer Himmel und Temperaturen deutlich über 30 °C passen dazu. Die Straße steigt leicht an, Schilder gibt es aber anscheinend nur mit der Angabe 12%. Hinter Baygönchök wird es wieder etwas grüner - ein Bauer presst Heuballen. Trecker und Presse hätten in Deutschland wohl schon den Weg ins Museum gefunden.

In Baetov ist in der OSM-Karte (OSM = Open Street Map), die wir für unser GPS nutzen, ein Guesthouse verzeichnet. Trotz ausgiebiger Suche und mehrfachen Fragens können wir dies aber nicht finden. Schade, gegen eine Dusche hätten wir nichts gehabt. In der kleinen Stadt gibt es mehrere größere Läden, eine Niederlassung der Telekom mit Internetzugang, eine Apotheke und eine Bank mit Automaten. Wir decken uns für die nächsten 3 Tage mit Lebensmitteln ein und bunkern jeder 6 Liter Wasser.

Die Piste in die Berge ist recht rau. In Terek nutzen wir eine Pumpe am Straßenrand um uns zumindest gründlich zu waschen und werden dabei interessiert von zwei Jungs beobachtet. Wenige Kilometer später finden wir ein schönes Plätzchen für unser Zelt auf einer Wiese unweit eines trockenen Flussbetts.

Lehmziegel liegen zum Trocknen in der Sonne  Weiße Lehmbergen nördlich Baygönchök  Heuernte mit alten Traktoren  Grüne Wiesen und weiße Lehmberge südlich von Terek  Zeltplatz mit Aussicht südlich von Terek

Terek - nahe Meas Pass, 33 km, 1250 Hm

Unsere bisher anstrengendste Etappe

Spärliche Vegetation im trockenen Tal südlich von Terek

Die ersten Kilometer geht es auf recht gut fahrbarem Schotter durch ein herrliches Tal. Die rötlichen Sandsteinberge zu beiden Seiten weisen eine schöne Bänderung auf. Auf der Talsohle kann eine spärliche Vegetation einige grüne Akzente setzen. Im ausgetrockneten Flussbett reicht das Grün für eine kleine Herde Kühe. Besonders faszinieren uns die Überreste von vier kleinen Lehmbauten. Wir denken das es alte Mausoleen sind. Passend zur kargen Landschaft heizt die Sonne das Tal auf weit über 30 °C auf.

Sobald die Steigung zunimmt wird der Weg schlechter. Einige Abschnitte sind wirklich übel und mit Gepäck nicht mehr fahrbar. So kommen wir nur sehr langsam voran. Zum Glück sind ein paar Wolken aufgezogen und es ist nicht mehr ganz so heiß wie heute Morgen, sondern “nur” noch rund 28 °C warm. Als wir das Tal überblicken aus dem wir kommen, haben wir noch nicht mal die Hälfte des Anstiegs geschafft. Die Landschaft wird deutlich grüner. Wiesen mit lila Blumen beherrschen das Bild. Dazwischen schroffe, graue Felsen. Am Horizont zeichnet sich eine Bergkette ab, dessen höchster Gipfel 4737 m hoch ist. Am 3380 m hohen Meas Pass steht eine Herde Pferde und eine Skulptur.

Bergab ist die Piste ähnlich schlecht und steil und lässt nur geringes Tempo zu. Die hügelige Graslandschaft bietet Kuh- und Schafherden ausreichend Nahrung. In der Nähe eines Hirtenlagers entspringt ein kleiner Bach. Die Wiese daneben ist ein klasse Zeltplatz. Die Hügel der Umgebung sind von Erdhörnchen durchlöchert worden. Die sehen wie Murmeltiere aus und warnen ihre Artgenossen mit lauten Pfiffen.

Trockenes Tal südlich von Terek  Lehmberge mit schöner Bänderung südlich von Terek  Reste alter Lehmbauten südlich von Terek  Schöne Aussicht im anstrengenden Anstig zum Meas Pass  Wiesen mit lila Blumen auf dem Weg zum Meas Pass  Auf dem Weg zum 3.380 m hohen Meas Pass  Kühe neben der Abfahrt vom Meas Pass

Meas Pass - Tash Rabat, 47 km, 970 Hm

Erdhörnchen-Land

Tolle Landschaft auf dem Weg zur Karawanserei Tash Rabat

Morgens besucht uns der Hirte und tauscht seinen Sattel gegen meinen. Unsere Fahrräder scheinen die Kirgisen sehr zu interessieren. Auf gut fahrbarem Schotter geht es bergab durch ein grünes Tal. Hier und da sehen wir Herden auf den Bergwiesen. In der Weite der Landschaft sind die Tiere oft nur kleine schwarze und weiße Punkte. Berge aus rotem Sandstein oder hellgrauem Fels setzen immer wieder farbliche Akzente. Der tiefste Punkt ist bei 2830 m erreicht.

Die Steigung zum 3390 m hohen Kulak Pass ist gut zu fahren. Wir durchqueren etliche trockene Wasserläufe. Diese sind gut und gerne 50 bis 100 Meter breit, während der Schneeschmelze scheinen also große Wassermengen in Bewegung zu sein. Die Erdhörnchen haben das Tal voll unter Kontrolle, regelmäßig erklingen ihre Pfiffe und hin und wieder bekommen wir auch eins der flinken Tiere zu Gesicht. Auf festem Lehm geht es schnurgerade bergab. So können wir seit langem mal wieder “schnell” fahren - so 20 bis 25 km/h. Die weite, wellige Graslandschaft mit Herden hier und da bleibt uns bis zur Hauptstraße Torugart - Naryn erhalten. Abermals ist der tiefste Punkt bei 2830 m erreicht.

Nach einem guten Kilometer auf glattem Asphalt geht es wieder in die Berge. Eine miese Piste führt durch ein grünes, vom Bergbach Tash Rabat durchflossenes Tal zur gleichnamigen Karawanserei. Zu beiden Seiten erheben sich mal felsige, mal grüne Hänge. Nur die Pfiffe der Erdhörnchen durchbrechen gelegentlich die Ruhe.

Die eingeschossige, festungsartige Karawanserei Tash Rabat wurde im 15. Jahrhundert aus Natursteinen gemauert. Der quaderförmige Bau ist teilweise in den flachen Grashang gebaut. Von oben kommend fällt erst mal nur die kleine Kuppel auf. Das Tal in 3100 m wird von bis zu 3900 m hohen Bergen eingefasst. Bis weit nach Oben bildet Gras einen grünen Teppich, nur die Spitzen sind felsig grau. In unmittelbarer Nähe liegen drei Yurt-Camps. Gerne quartieren wir uns in einer Jurte ein und genießen das leckere Essen.

Des Morgens besucht uns ein  Hirte  Jörg durchquert den Bach Terek  Schöne Landschaft auf dem Weg zum Kulak Pass  Der Weg zur Karawanserei Tash Rabat ist eine Attraktion für sich  Karawanserei Tash Rabat  Blick auf 3.900 m hohen Bergen  Pferde, Jurte und hohe Berge beim Tash Rabat

Tash Rabat - nahe Ak-Moyun, 95 km, 445 Hm

Meter machen auf glattem Asphalt

Schneebedeckten 4-Tausender im letzten Licht des Tages

Abendessen und Frühstück waren sehr lecker. Ich ahne langsam was ich am Song Köl verpasst habe. Bei Sonne und starkem Gegenwind geht es das schöne Tal wieder hinab. Ein Erdhörnchen flitzt neben uns den Hang rauf, einige weitere sehen wir aus größerer Entfernung.

Der glatte Asphalt auf der Hauptstraße nach Naryn ist eine willkommene Abwechslung zum Schotter der letzten Tage. Entgegen unseren Erwartungen herrscht kaum Verkehr. Das Tal ist trocken, die wenigen Grasbüschel können kaum grüne Akzente setzen. Die hohen Berge zu beiden Seiten sind von leichtem Dunst (oder ist es Staub) eingehüllt. Die Orte Kaka-Bulung und Kara-Suu wirken unattraktiv und blutleer. Da wir die Landschaft nicht so reizvoll finden, nutzen wir den guten Asphalt um Meter zu machen.

Auf dem lebendigen Basar in At-Bashi werden vor allem frisches Obst und Gemüse angeboten. Erst nach längerem Suchen finden wir auch einen kleinen Imbiss. Dieser liegt etwas versteckt hinter einigen Ständen. In der kleinen Stadt gibt es außerdem Banken mit Automaten und eine Niederlassung der Telekom.

Wir folgen dem Fluss At-Bashi auf einer Nebenstraße Richtung Osten. Schon bald fluchen wir über den erbärmlich schwer zu fahrenden Schotter. Wir müssen uns so aufs Fahren konzentrieren, dass wir kaum dazu kommen die Landschaft zu genießen. Der schöne Blick auf die bis zu 4700 m hohen, schneebedeckten Berge im Abendlicht versöhnt uns wieder.

Tolle Landschaft im Tash Rabat Tal  Gemüseverkäufer auf dem Basar in At-Bashi  Audi 100 auf dem Basar in At-Bashi  Trecker mit Heuballen

Ak-Moyun - Naryn, 36 km, 520 Hm

Querfeldein durchs Grasland

Diesen Bach müssen wir durchqueren

Von unserem Zeltplatz können wir beim Frühstück beobachten, wie die Sonne langsam die Berge im Süden beleuchtet. Das Tal des At-Bashi zieht sich wie ein grünes Band durch die trockene Graslandschaft. Vor dem kleinen Laden in Ak-Moyun ist mächtig was los. Da stehen heute Morgen gleich zwei Trecker.

Der Nebenweg, der von hier aus nach Norden führt, wird bald zur Fahrspur durch die Wiesen. Der Bach, den wir durchqueren müssen, ist gut 30 cm tief. Daher nehmen wir die Taschen ab, bevor wir die Räder hindurch schieben. Absolut einsam geht es durch die Wiesen. Im Süden bilden die Viertausender einen tollen Hintergrund zum welligen Grasland. Bald können wir nur noch raten wo es lang gehen soll. Egal, auf den Wiesen rollt es besser als auf dem Schotter.

Die Hauptstraße nach Naryn führt durch eine Schlucht, die von welligen Hügeln geprägt ist. Das Rot des Lehms und das Grün der spärlichen Vegetation sind die tonangebenden Farben. Der gute Asphalt wird bald schlechter und geht dann in Schotter über. Naryn ist eine vergleichsweise schöne Stadt. Sie zieht sich langgestreckt am gleichnamigen Fluss entlang. Die Hauptstraße ist mit Bäumen begrünt. Die Anzahl der kleinen Lebensmittelläden ist riesig, sie dürfte die der Straßenbäume übersteigen. Wie die Händler alle überleben ist uns ein Rätsel. Wir nutzen die Auswahl um Vorräte für 3 Tage zu kaufen. Gebrannte Erdnüsse mit Sesam und getrocknete Datteln sind unsere bevorzugten Energiespender - Kekse verwandeln sich meist sehr schnell in Krümel. Im CBT-Büro (CBT = Comunity Based Tourism ~ Touristeninfo) gibt es kostenloses WiFi. Wir quartieren uns in einem der Gästehäuser ein (Infos beim CBT). Endlich mal wieder Wäsche waschen und warm duschen.

Hintergrundwissen: Aus gegebenem Anlass möchte ich einmal beschreiben wie ein Einkauf abläuft. Die meisten Waren liegen im Regal hinterm Tresen. Jeder Kunde erzählt also dem Verkäufer was er möchte und dieser sucht die Dinge zusammen. Trockenobst, Nüsse, Bonbons, Kekse sowie frisches Obst und Gemüse werden nach Gewicht verkauft. Da wir nicht alle Lebensmittel benennen können, dirigieren wir den Verkäufer meist mit dem Finger zur gewünschten Ware. Manchmal muss auch das “Ohne Wörter Buch” mit seinen Bildern helfen. Ist alles beisammen und gewogen, werden die Preise mit dem Taschenrechner addiert und uns das Ergebnis gezeigt. Natürlich kennen die Verkäufer jeden Kunden persönlich und das Schwätzchen ist integraler Bestandteil des Einkaufs. Heute kam wohl gerade die Tante rein während wir unsere Vorräte zusammensuchten. Da waren wir zwischen Tomatensoße und Erbsen mal 2 Minuten abgemeldet. Dazu fiel uns dann erst mal nichts mehr ein.

Trecker vor dem  kleinen Laden in Ak-Moyun  Auf dem Weg von Ak-Moyun nach Norden  Kühe auf der Straße nach Naryn  Schlucht auf dem Weg nach Naryn

Naryn - nahe Eki Naryn, 56 km, 680 Hm

Der Hundebiss

Der Fluss Naryn hat sich tief in die Landschaft eingegraben

Von Naryn folgen wir dem gleichnamigen Fluss ostwärts. Der Strom hat sich tief in die Landschaft eingegraben, sein Wasser ist von Sedimenten grau-braun gefärbt. Im Tal wird Landwirtschaft betrieben, wir sehen Kartoffelfelder und Wiesen auf denen Heu geerntet wird. Zu beiden Seiten erheben sich über 4000 m hohe Berge. Die ersten 17 km ist die Straße asphaltiert. Je tiefer wir ins Tal fahren, desto trockener wird die Landschaft. Zwischenzeitlich gleicht sie einer Westernkulisse. Der Zusammenfluss von Kichi-Naryn und Chong-Naryn ist interessant, da das Wasser der Flüsse unterschiedlich gefärbt ist. Das Tal wird wieder grüner. In der Senke des Kichi-Naryn gedeihen Bäume und üppige Wiesen.

Der kleine Laden in Eki-Naryn hat geschlossen. Ein Hund schnappt nach Jörgs linkem Knöchel, beißt aber zum Glück nur ganz leicht zu. Das Gebiss zeichnet sich klar ab, die Zähne haben die Haut aber nicht durchdrungen. Trotzdem erst mal ein kräftiger Schreck, denn in so ziemlich jedem Ort bellen uns Hunde an.

Rund 9 km nördlich des kleinen Dorfes liegt ein Yurt-Camp am Kichi-Naryn. Wir werden herzlich mit frisch gebackenem Brot und Tee begrüßt. Das Camp ist ein Familienbetrieb. Bis auf die Jüngsten sind alle vier Generationen eingespannt. Das Brot wird in einer flachen Pfanne auf einem Holzfeuer gebacken. Auf den Deckeln wird ebenfalls Glut gelegt um Ober- und Unterhitze zu erreichen. Auch der große Teekessel wird mit Holz geheizt. Nahe des Camps überspannt eine Holzbrücke den reißenden Fluss, ein paar Meter weiter entspringt eine Quelle am Wegesrand.

Heuwagen mit Schlagseite im Naryn Tal  Blick auf 4.500 m hohe Berge bei Tash Bashat  Zusammenfluss von Kichi-Naryn und Chong-Naryn  Eine Holzbrücke überspannt den Chong-Naryn  Eingang der Eki Naryn Schlucht  Im Yurt-Camp werden Bort und Tee zubereitet  Zwei Jungs überqueren eine Holzbrücke

Eki Naryn - Örük Tam, 27 km, 640 Hm

Der Regentag

Brücke in der Eki Naryn Schlucht

Der Tag beginnt bewölkt, beim Frühstück tröpfelt es auf die Jurte. Der Weg folgt dem Verlauf des Kichi-Naryn durch die enge Eki-Naryn Schlucht. Es sind einige knackige Steigungen zu überwinden. Die Landschaft ist geprägt von schroffen, steil abfallenden, rötlichen Felsen. Das von Sedimenten grau gefärbte Wasser rauscht meist einige Dutzend Meter unterhalb der Schotterpiste.

Bald begrünen Nadelbäume die Hänge, auf den Wiesen weiden Schafe. Ein Hochgebirgstal wie aus dem Bilderbuch. Wären da nicht die grauen Wolken, aus denen hin und wieder einige Tropfen fallen. Östlich der Eki-Naryn Schlucht weitet sich die Landschaft. In dem breiten Hochtal bestimmen Wiesen das Bild, durch die der Fluss mäandriert. Auf den Südhängen wächst Gras, wohingegen bei den Bergen im Norden die horizontale Schichtung des Sandsteins offen zutage tritt.

Der Niederschlag nimmt an Stärke zu und die Temperaturen empfindlich ab. Die Regensachen kommen zum Einsatz. In Örük Tam gibt es eine Unterkunft, leicht an der Jurte im Vorgarten zu erkennen. Dies ist die letzte Gelegenheit den Regen an einem trockenen Ort auszusitzen und die würden wir gerne wahrnehmen. Etwas irritiert nehmen wir zur Kenntnis, dass daraus nichts wird, da grade der Mann nicht daheim ist - nur die Frau und die Kinder. Im winzigen Laden nebenan bieten zwei junge Männer ihre Hilfe an. Die Familie noch ein Haus weiter hat Platz und ist bereit uns für 1500 Som (rund 20 €) in ihrem Wohnzimmer zu beherbergen. Die Mutter von zwei kleinen Kindern spricht etwas englisch, trotzdem finden wir dieses Mal keinen Anschluss an die Familie. Schade!

Graue Wolken über der Eki Naryn Schlucht  Von Sedimenten grau gefärbtes Wasser in der Eki Naryn Schlucht  Nadelbäume begrünen die Hänge der Eki Naryn Schlucht  Eki Naryn Schlucht- ein Hochgebirgstal wie aus dem Bilderbuch  Brücke in der Eki Naryn Schlucht  Serpentienen in der Eki Naryn Schlucht  Mädchen spielt im ausgemusterten Auto