Kirgistan per Rad - Tagebuch einer Radreise

© Christian Hartmann, Jörg Feye,  ✉ 

Kirgistan per Rad - Tagebuch einer Radreise

Seidenstraße, Hochgebirge, Jurten, Nomaden

Mit Kirgistan können die Wenigsten etwas verbinden. Die Worte Seidenstraße, Hochgebirge, Jurte und Nomaden wecken hingegen gleich positive Assoziationen.

Jörg

Kirgistan liegt in Zentralasien, an einem Zweig der historischen Seidenstraße. Im Süden grenzt es an China, im Norden an Kasachstan. Zweidrittel des Landes werden vom Hochgebirge Tian Shan geprägt, dessen höchster Gipfel 7.439 m aufragt. Seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion 1991 erlebt die nomadische Tradition eine Wiederbelebung. Die Hirten ziehen mit ihren Tieren wieder auf die Sommerweiden in den Bergen. Die Jurte und das Pferd haben für die Kirgisen bis heute einen hohen Stellenwert.

Wir haben die Menschen als außerordentlich gastfreundlich erlebt. Die Kirgisen haben auf uns einen so ehrlichen Eindruck gemacht, dass wir keine Bedenken hatten unser Räder auch mal kurz alleine zu lassen.

Die Landschaft ist wunderschön und sehr abwechslungsreich. Vereisung und Erosion haben die Berge in vielfältiger Weise modelliert. Neben dem Grün der Wiesen sind die Rot- und Brauntöne des Lehms und das Grau der Felsen landschaftsprägend. Die Vegetation ist meist spärlich, Wälder haben Seltenheitswert.

Christian

In Kirgistan herrscht kontinentales Klima. Die Sommer sind heiß und trocken. Temperaturen weit jenseits der 30 °C waren keine Seltenheit. Auch in großer Höhe war es warm, solange die Sonne schien. Nachts sanken die Temperaturen um gut und gerne 20 - 25 °C. An einem kühlen Tag hatten wir Nachtfrost.

Die Versorgung mit Wasser und Lebensmitten stellte kein Problem dar. In den Bergen sind die Bäche kalt und klar. “Tante-Emma”-Läden mit den nötigsten Lebensmitteln gibt es in der Mehrheit der Dörfer, auch in den kleinen und abgelegenen. Nur dreimal mussten wir Vorräte für mehrere Tage mitführen.

Der Großteil der Straßen sind raue Schotterpisten und die Pässe meist weit über 3.000 m hoch. Fließendes Wasser gibt es nur in den großen Städten - wir haben während der 4 Wochen nur 3 mal geduscht.

Es heißt, jeder zweite Reisende bekommt Probleme mit der Verdauung. Mich traf es, Jörg nicht. Auch das durchqueren von Bächen birgt Risiken. Das größte Risiko ist aber, dass man nicht mehr weg will.

Dieses Tagebuch schildert die Erlebnisse während unserer Radreise durch Kirgistan im Sommer 2014. Wir hoffen einen Eindruck von Land und Leuten vermitteln zu können. Nachahmen können wir ausdrücklich empfehlen. Gleichgesinnte sollten einige nützliche Informationen finden können.

Jörg Feye und Christian Hartmann

Warnung!

Das Lesen dieses Tagebuchs kann heftiges Fernweh und starkes Reisefieber hervorrufen.