Oman per Rad - Tagebuch einer Radreise

© Christian Hartmann  ✉ 

Maskat - Sur, 43 km, 180 hm

Abenteuerliche Busfahrt im modernen Oman

Früh Morgens lande ich in Omans Hauptstadt Maskat. Es ist schon sonnig und warm. Als erstes kaufe ich für 57 € ein 30 Tages Visum. Dies trägt mir die Zollbeamtin in den Reisepass ein. Rad und Gepäck sind vollständig und unversehrt. Soweit, so unkompliziert, dann kann's ja losgehen.

Maskat ist eine Autostadt, durchzogen von mehrspurigen Straßen. Den größten Teil des Weges vom Flughafen zur Busbahnhof radel ich auf deren Seitenstreifen. Der Geräuschteppich der vielen großvolumigen Motoren ist schon immens. Große, weiße Geländewagen sind offenbar sehr beliebt. Auch dauert es etwas, bis ich mich an die Auf- und Abfahrten sowie die Kreisverkehre gewöhnt habe. Besonderen Spaß macht das Radfahren hier nicht. Zumindest über die Rücksichtnahme kann ich mich nicht beklagen und so "schwimme" ich nach einiger Zeit recht stressfrei im Verkehr mit.

Augenscheinlich tragen alle Männer das traditionelle, lange, weiße Gewand (Dishdasha) und die dazugehörige, bestickte, weiße Kopfbedeckung (Kumma). Frauen sind überwiegend in schwarze Gewänder gehüllt. Das sie auch Auto fahren ist im Oman selbstverständlich. Man ist sichtbar bemüht, in der an sich staubtrockenen Stadt, grüne Akzente zu setzen - ohne Bewässerung scheint aber nichts zu wachsen.

Am Busbahnhof im Stadtteil Ruwi bekomme ich meinen ersten Kulturschock. Die drei Angestellten erfüllen alle Vorurteile gegen Beamte vollumfänglich. Der Erste ist nur für Fracht zuständig, der Zweite mit seinem Smartphone beschäftigt und der Ticketverkäufer erst ins Gebet versunken und dann ganz abgetaucht. Irgendwann bekomme ich dann doch die Auskunft, dass nur der Busfahrer entscheiden kann, ob er Platz für mein Rad hat.

Zeit ein paar Lebensmittel zu kaufen und anschließend in einem winzigen Park Mittag zu machen. Dabei lerne ich eine andere Seite Omans kennen, die der Arbeiter aus Indien, Pakistan und Bangladesch. Sie betreiben all die vielen kleinen Läden, Garküchen und Werkstätten. Auch auf Baustellen, bei der Müllabfuhr und der Straßenreinigung arbeiten augenscheinlich nur Asiaten. An vielen Tagen werde ich mehr Kontakt zu ihnen als zu Omanis haben.

Beim staatlichen Busunternehmen bekomme ich, wenige Minuten vor Abfahrt des Busses, grünes Licht. Was dann folgt hätte ich so im modernen Oman nicht erwartet. Der Bus nach Sur ist ein alter, ziemlich abgerockter MAN-Linienbus. Die Fracht wird auf den hintersten Sitzreihen verstaut. Mein Rad findet im Mittelgang, gleich vor der Fracht, Platz. Neben mir fahren noch drei junge Männer aus Bangladesch mit. Der junge omanische Busfahrer hat einen recht ungestümen Fahrstiel. Eine weitere Überraschung erlebe ich nach Einbruch der Dunkelheit, gegen halb sechs. Die Hauptstraßen sind auch außerhalb der Orte beleuchtet.

Meine erste Nacht im Oman verbringe ich in einem Hotel in der Hafenstadt Sur. Nach dem langen Tag schlafe ich wie ein Stein.

Sur - Ras al Jins, 92 km, 280 hm

Von Meeresschildkröten und geschlossenen Läden

Meeresschildkröte am Strand von Ras al-Jins

Das Frühstück im Coffee-Shop (so heißen im Oman kleine Restaurants) wird auf dieser Tour zum Standard werden. Gerichte wie Omelette mit Fladenbrot1) und Tee kosten etwa 1,50 € bis 2 €. Auch gelbe Linsen und Fladenbrot oder Gemüse und Fladenbrot sind recht lecker. Diese Gerichte stammen aus der Indischen Küche. Besteck gibt's nur auf Nachfrage, Omanis und Inder essen mit der (rechten) Hand. Der schwarze Tee wird mit Zucker und Kondensmilch gereicht. Alle Imbisse bieten zudem die Möglichkeit sich zu waschen und haben einen Kühlschrank mit Getränken.

Gestärkt und mit 3 Litern Wasser am Rad mache ich mich auf den Weg. Schon nach ein paar Metern laufen mir Ziegen über den Weg, die hätte ich in der 70.000 Einwohner Stadt nicht erwartet. Durch eine hügelige Steinwüste fahre ich ostwärts. Die Farben Grau, Braun und Beige bestimmen das Bild. Hier und da können sich einige, nur wenige Zentimeter hohe, Büsche behaupten. Guter Asphalt, wenig Verkehr und ein breiter Seitenstreifen sind beste Voraussetzungen für einen angenehmen Auftakt. Der Himmel ist strahlend blau und schon bald ist des schnuckelige 30 °C warm (für Ende Dezember schwer in Ordnung😎). Vom nahen Golf von Oman im Norden weht ein kräftiger Wind.

In Khawr Al Jaramah und Ras al Jins mache ich erste, recht ernüchternde Erfahrungen mit kleinen Läden. Chips gibt's in rauen Mengen, Brot oder gar was für auf's Brot - Fehlanzeige. Hätte ich das geahnt, hätte ich heute Morgen mehr Lebensmittel gebunkert. Der nächste größere Ort ist Ras al Hadd. Dort angekommen wundere ich mich erneut, denn alle Läden sind geschlossen. Also abwarten und Tee trinken - im übertragenden und wörtlichen Sinn. Im Imbiss erfahre ich, dass alle Läden Mittags schließen und um 16 Uhr wieder öffnen. Gut zu wissen!

An den Stränden im Osten des Omans legen Meeresschildkröten ihre Eier ab. In Ras al-Jins kann man dies im Rahmen einer geführten Tour beobachten. Ich baue mein Zelt in Sichtweite des Besucherzentrums auf. In den Palmen davor zwitschern erstaunlich viele Vögel. Pünktlich um halb sechs geht die Sonne unter. Es ist fast Vollmond und daher recht hell. Um neun Uhr fahren wir in Gruppen zu je 20 Personen in kleinen Bussen zum Strand. Eine rund einen Meter große Schildkröte schaufelt gerade schnaufend ihr Gelege zu. Ich fühle mich ein bisschen wie ein Paparazzi, aber cool ist es doch.

1: Preise und Name:

Dau-Werft in Sur  Kamel nahe Ras al-Jins  Kamel nahe Ras al-Jins 

Ras al Jins - nahe Bani Bu Hasan 115 km, 265 hm

Der gastfreundliche Wüstensohn

Am Strand flicken zwei Fischer ihre Netze

Auch ein so kleiner Ort wie Ras al Jins hat einen Imbiss. Eine Speisekarte gibt es natürlich nicht. Omelette, Brot und Tee sind eine sichere Bank. Beim Frühstück wundere ich mich, dass mein Rad schwankt, obwohl kein Wind geht. Die Ziegen des Dorfes haben die Bananen "entdeckt", die auf die Taschen geschnallt sind - (schlaue) Mistviecher😄.

Mit Rückenwind "fliege" ich die Küste entlang nach Süden. Erst formen weiße Felsen eine Steilküste. Später trennen nur noch Dünen die Straße vom Sandstrand. Dort liegen kleine Fischerboote, etwa 7 m lang und 2 m breit, mit Außenbordmotor. Vor Einem sitzen zwei ältere Fischer und flicken ihre Netze.

Halte ich in einem Dorf an, kann ich mir dem Interesse der Jungs sicher sein. Auch die Männer sind sehr interessiert. Immer wieder werde ich (auf Englisch) angesprochen und willkommen geheißen. Autofahrer zeigen mir oft dem hochgesteckten Daumen. Mehrfach wird mir Wasser angeboten. Während meiner Reise gewinne ich so einen sehr positiven Eindruck von den Omanis. Sehr nettes Völkchen!

Die Gegend wird immer sandiger, vor einigen Häusern formt der Sand bis zu einen Meter hohe Dünen. Von As Suwaih geht es durch ein Sandmeer nach Sal. Die Strecke ist ganz nach meinem Geschmack. Die Dünen türmen sich rund 10 m hoch auf. Der Wind weht den Sand auch auf die Straße. Zum Glück ist diese so ruhig, dass es kein Problem ist, mal ein paar hundert Meter auf der Gegenfahrbahn zu fahren. Im Sand schaffen es Pflanzen zu überleben, kleine Grasbüschel aber auch niedrige Bäume mit großen Kronen. Genug Grün um Ziegen zu ernähren. So liegen zwischen den Dünen einige Hirtenlager.

Es folgt eine Steinwüste. Bei genauer Betrachtung bemerkt man subtile Variationen in Farbe, Größe und Form des Gesteins sowie im Grad des Bewuchses. Trotzdem wirkt diese Form der Wüste auf mich eher langweilig. Da kommt es mir ganz zupass, dass der Wind weiterhin schiebt.

Die Hauptstraße 35 zur Oase Bani Bu Ali ist stärker befahren. Von dort schlängel ich mich durch Palmenhaine und Wohngebiete nach Bani Bu Hassan. Bei der Fahrt durch die Oase wirkt diese gar nicht so grün. Der Boden ist staubig und die Schatten spendenden Palmen nur oben grün. Wie viele Palmen zwischen den eingeschossigen Häusern stehen, wird mir erst beim Blick von der Festung Jaalan so richtig bewusst.

Der helle Tag neigt sich stark dem Ende zu, als ich auf die Nebenstraße nach Fulayj Al Mashayikh einbiege. Es geht in die Ausläufer der großen Wahiba1) Sandwüste. In den Dünen erblicke ich immer wieder Hirtenlager. Aus einer Laune heraus folge ich dem Schild "Desert Camp 1 Kilometer". Hätte mir eigentlich denken können, dass die Preise nicht meine Liga sind. Als ich wieder abdampfe, fährt ein großer, weißer Geländewagen vor. Es ist Abdul Aziz al Hasani, der Manager des Camps. Keine Ahnung warum, aber er lässt mich für 20 statt 80 € in einem der Beduinenzelte übernachten. So komme ich völlig unerwartet noch mal zu einer Dusche. Es wird für 10 Tage die Letzte sein😊.

1: Die Rimal Al Wahiba (oder "Wahiba Sands") ist eine Sandwüste im Osten des Oman. Sie erstreckt sich über 180 Kilometer von Norden nach Süden und ist etwa 80 Kilometer breit. Die großen Dünen im Norden verlaufen parallel zueinander in Nord-Süd-Richtung.

Steilküste südlich von Ras al-Jins  Sonnenschutz am Strand  Ghaf-Bäume in einer Standühne  Fort in Jalan Bani Buhassan 

Bani Bu Hasan - Wadi Bani Khalid 112 km, 875 hm

Zelten unter Palmen

Kamel am Rand der Wahiba Wüste

Bis Al Kamil kann ich auf einer staubigen Schotterpiste durch die Ausläufer der Wahiba fahren. Der Sand formt bereits hohe Dünen, dennoch behaupten sich erstaunlich viele Grasbüschel und kleine Büsche. So verwundert es nicht, dass es hier Kamele gibt, die sich von dem wenigen Grün ernähren. Bei der Schönheit der Strecke nehme ich gerne in kauf, das Rad auch mal einige Meter durch Sand schieben zu müssen. Ich lasse mir viel Zeit, erreiche erst des Mittags Al Kamil.

Dann gibt es keine Alternative mehr zur Hauptstraße 23. Gerade und eben führt das breite Asphaltband durch eine wenig reizvolle Steinwüste. Auf dem breiten Seitenstreifen kann ich den Verkehr recht gut ausblenden. Auf vielen Baustellen wird am vierspurigen Ausbau der Strecke gearbeitet.

Ruhig und schön wird es erst wieder auf der Straße ins Wadi1) Bani Khalid. Es geht erstmals in die Berge. Nur den Anstieg habe ich gründlich unterschätzt, er ist deutlich steiler und länger als erwartet. So neigt sich der Tag schon sehr stark dem Ende entgegen, als ich im Wadi Bani Khalid ankomme. Im engen, tief eingeschnittenen Tal reiht sich eine Oase an die Nächste. Keine guten Voraussetzungen zum Zelten. Rund um Muqal säumen Palmengärten die Straße. Gemauerte Terrassen ziehen sich den Hang hinauf. Die ebenen Flächen, die sie bilden, sind oft nur wenige Quadratmeter groß. Zwischen den Terrassen plätschert Wasser in Bewässerungskanälen. Ich zögere, baue mein Zelt dann aber doch auf einer der Terrassen auf. Und dann ist es auch schon dunkel. Ganz in der Nähe gibt es einen Imbiss. Der Muezzin ruft zum Gebet und ich realisiere, dass ich mitten im Dorf zelte. Ganz wohl ist mir dabei nicht.

1: Wadis sind Trockentäler in Wüstengebieten, die nur nach starken Regenfällen vorübergehend Wasser führen - dann aber in recht großen Mengen. Wadis können aus dem Regenwasser weit entfernter Gebirge gespeist werden, sodass Überflutungen überraschend auftreten können.

Sanddünen machen auch vor Straßen nicht halt  Vegetation am Rand der Wahiba Wüste  Kamele am Rand der Wahiba Wüste  Kamele am Rand der Wahiba Wüste  Vegetation am Rand der Wahiba Wüste  Kamele am Rand der Wahiba Wüste  Gesteinsformation nahe des Wadi Bani Khalid  Gesteinsformation nahe des Wadi Bani Khalid 

Wadi Bani Khalid - Wüste nahe Al Hawiya, 73 km, 490 hm

Ab in die Wüste

Strukturen im Wüstensand

Anscheinend hat sich niemand an meinem Zelt gestört. Ganz in der Nähe gibt es einen kleinen See. Ich bin überrascht wie warm das Wasser ist - beste Badewannentemperatur.

Auf dem Weg nach Al Mintirib hält auf der Hauptstraße ein Auto vor mir an. Der Taxifahrer hat mich gestern schon gesehen und interessiert sich einfach dafür ob es mir gut geht und was ich mache.

Der Freitag entspricht in der arabischen Welt unserem Sonntag, um 12 Uhr ruft der Muezzin zum großen Freitagsgebet. Dem Aufruf wird zahlreich folge geleistet. Jetzt noch irgendwo eine Flasche Wasser zu bekommen wird schwierig. Nahe der Tankstelle werde ich fündig und Salin Al Wahibi auch. Salin ist Wüstenführer und er hat mich gefunden. Mit dem Geländewagen durch die Wüste brettern stand nicht auf meiner ToDo-Liste, aber Salin lässt nicht locker. Ich gebe zu, es macht Laune - aber eigentlich ist es zu teuer.

So, jetzt möchte ich aber auch noch auf meine Art in die Wüste. Bei Al Hawiya soll eine Schotterpiste in die Wahiba führen. Nach etwas Suchen finde ich sie und folge ihr viereinhalb Kilometer ins Sandmeer. Dort hat sich eine große Düne über den Weg gelegt. Ich schlage mein Zelt neben der Piste auf einer Schotterfläche auf. Im Osten öffnet sich eine Senke, hinter der sich eine bestimmt 15 m hohe Düne erhebt. So soll das sein😊! Nur das Gefühl einsam und allein in der Abgeschiedenheit der Wüste zu sein, will sich nicht so recht einstellen. Dazu fahren einfach zu viele Pickups an meinem Zelt vorbei. Offensichtlich führt diese Piste irgendwo hin und ich nehme mir vor das Morgen herauszufinden.

In der Wüste Wahiba  In der Wüste Wahiba  In der Wüste Wahiba  Oase Al Hawiyah am Rand der Wahiba  Kameleltern mit Jungtier  Wegweiser in der Wüste Wahiba  Zelten in der Wahiba 

Al Hawiya - irgendwo bei Al Aflaj, 90 km, 330 hm

Endlich Waschbrettpiste 😉

Schild in der Wüste

Ich folge der Piste weitere vier Kilometer in die Wüste. Je tiefer ich vordringe, desto häufiger muss ich mein Rad schieben. Schon bald gleichen meine Schuhe einer Sandkiste. Wirklich schön hier! Aber wohin die Autos fahren weiß ich noch immer nicht, außer 2 Hirtenlagern und sehr viel Sand gibt es hier nichts. Neben der Piste reitet ein junger Hirte mit vier Kamelen. Er steigt ab, um mich zu begrüßen. Damit er wieder aufsteigen kann muss sich das Tier hinknien, wogegen es lautstark protestiert.

Die Hauptstraße bis Ad Dariz ist - wie gestern - nicht sonderlich spannend.

Imbiss, Laden, Wäscherei und Frisör sind oft unmittelbare Nachbarn. Nicht selten gibt es dieses Quartett in einem Ort sogar mehrfach. Ich sehe einem Igel schon recht ähnlich, was liegt da näher, als mich nach der Mittagspause rasieren zu lassen. Das kostet einen schlappen Euro und ist sehr entspannend. Gut riechen tue ich jetzt auch - zumindest im Gesicht.

Ob das auf der rauen Schotterpiste Richtung Aflaj jemandem auffällt, darf bezweifelt werden. Erst graue, später rötliche Geröllflächen prägen die Landschaft. Oft sind sie so eben und fest, dass man dort besser fahren kann, als auf der Waschbrettpiste. Allerdings sind weiche Flächen optisch von festen nicht zu unterscheiden - zweimal stürze ich beinahe. Rund um die etwa 5 m hohen Bäume scheint es besonders häufig weich zu sein. Es sind Ghaf-Bäume mit tief reichenden Wurzeln und ausladen Kronen. Kaum zu glauben, dass diese widerstandsfähigen Pflanzen zu den Mimosengewächse gehören.

Auf der Piste sind einige Pickups unterwegs. Mehrere Fahrer halten an, machen Fotos und bieten mir Wasser an. Mehrfach sehe ich auch Kamele. Oft sind sie in kleinen Gruppen unterwegs. Vielen sind die Vorderläufe zusammengebunden, sodass sie nur kleine Schritte machen können. Trotzdem dringen sie tief in die Wüste vor, Ziegen entfernen sich hingegen nicht sehr weit von den Dörfern oder Hirtenlagern.

Am Ende das Tages geht es etwas bergauf. Einige der Felsen haben eine sehr interessante Bänderung. Hier einen schönen Zeltplatz zu finden ist mal gar kein Problem.

Sandpiste in der Wahiba Wüste  In der Wüste Wahiba  In der Wüste Wahiba  In der Wüste Wahiba  Junger Hirte mit Kamelen in der Wahiba  Schild warnt vor Kamelen  Ghaf-Bäume - so 'ne Mimose  Wunderschön gebänderte Felsen  Schicker Zeltplatz 

Al Aflaj - nahe Al Qaryatayn, 106  km, 265 hm

Das Kamel mag mich nicht!

Ein Kamel wird geduscht

Bis Al Aflaj geht es weiter auf der recht rauen Schotterpiste. Hügel mit rötlichen Felsen, Ghaf-Bäume und Grasbüschel prägen die Landschaft auf den ersten Kilometern. Je flacher es wird, desto mehr geht das Rot in Grau über. Auch die Vegetation wir noch spärlicher. Von Zeit zu Zeit laufen mir einige Kamele über den Weg. Das Grün der Palmen kündigt den Ort Al Aflaj schon von weitem an. Ab hier ist die Straße wieder asphaltiert. Ein rötlicher Inselberg ragt wohltuend aus der weiten Ebene heraus. Es ist der Jabal Madar, der das Umland um 300 m überragt.

Auf halbem Weg nach Roda steht ein junger Mann mit seinem Toyota Pickup am Straßenrand. Es ist der Kamelzüchter Said. Sichtlich stolz zeigt er mir seine Tiere. Kamele tun lautstark kund, wenn ihnen was nicht passt, Duschen zum Beispiel - oder mit mir fotografiert werden. Hilft das nicht, spucken sie. Das war eindeutig, das Kamel mag mich nicht! Ein anderes Tier ist toleranter und lässt mich sogar auf sich sitzen. Wenn das große Tier aufsteht und sich wieder hinkniet, wird man auf seinem Rücken ganz schön hin und her geschaukelt.

Mittags erreiche ich die Stadt Sinwa. Die Gassen des Souq (Markt) sind fast leer und verströmen nur wenig orientalisches Flair. Auf der Straße 33 fahre ich durch eine weite, ebene, graue Steinwüste gen Süden. Am Horizont zeichnet sich allmählich das Hajar-Gebirge1) ab. Die Strecke ist nicht besonders spannend, aber entspannt zu fahren.

Am Ende des Tages erreiche ich die Ausläufer des Hajar-Gebirges. Im Abendlicht leuchten die Felsen rötlich. Neben der kleinen Straße nach Al Qaryatayn finde ich ein schönes Plätzchen für mein Zelt2).

Heute war es erstmals etwas bewölkt und daher einige Grad "kühler". Mit 28 °C aber immer noch sehr angenehm. Aufgrund der sehr trockenen Luft schwitze ich erstaunlich wenig. Die Sonne scheint von 7 Uhr Morgens bis halb 6 am Nachmittag - also 10,5 Stunden. Meist gehe ich schon um 19 Uhr schlafen und bin um 6 in der Früh wunderbar frisch und ausgeruht.

1: Das Hajar-Gebirge (oder Hadschar-Gebirge, "Stein-Berge") erstreckt sich im Osten des Oman über rund 450 Kilometer vom Indischen Ozean bis zur Grenze zu den Vereinigten Arabischen Emiraten. Es trennt die fruchtbare Küstenebene am Golf von Oman vom kargen Hinterland. Der Höchste Berg ist der 2970 m hohe Jebel Schams ("Sonnenberg").

2: Körperpflege: In allen Coffee-Shops kann ich mir Hände und Gesicht waschen. Einige habe auch WCs. Toiletten findet man auch an Tankstellen und vielen Moscheen.

Wunderschön gebänderte Felsen  Der Jabal Madar erhebt sich 300 m über die Ebene  Dieses Kamel mag mich nicht  Said's Kamele  Said auf seinem Kamel  Ich auf Said's Kamel